2) Wer war der erste Westdeutsche in der Oberliga?

Der erste Bundesdeutsche und auch der erste Ausländer in der DDR-Oberliga war Jens König, der in der 2. Halbserie der Saison 1989/90 für die BSG Wismut Aue auflief. König war dabei kein „Wessi“, sondern kehrte praktisch nach Hause zurück. Er hatte sich zusammen mit André Köhler und Thomas Weiß im Juli 1989 beim IFC-Spiel in Göteborg in die Bundesrepublik abgesetzt. Dass es für ihn aus der Bundesliga nichts wurde, hatte einen besonderen Grund: Die DDR hatte zum 1. August 1989 den Amateurstatus aufgegeben und die Oberligaspieler mit Verträgen ausgestattet. Beim Wechsel konnte der abgebende Verband eine Sperre über die gesamte Restdauer des Vertrags verhängen, das waren bei König fünf Jahre. Der DFV wollte diese Sperre auch. So entschloss sich König zur Rückkehr nach Aue. Er besaß da aber bereits einen bundesdeutschen Pass. Herbert Ischt, Fußballchef der BSG, beantragte daher die erste Spielgenehmigung für einen Ausländer in der Oberliga und bekam sie – wenn auch erst nach einigen Diskussionen. Am 17. März 1990 spielte König dann als erster Ausländer DDR-Oberliga.

In der Frühzeit spielten dort auch im Westen geborene Fußballer. 1966 übersiedelte mit Gerd Möller ein aktiver Fußballer aus dem Westen der Liebe wegen in die DDR und spielte dann in der Oberligasaison 1966/67 für Wismut Gera. All diese Spieler besaßen aber die Staatsbürgerschaft der DDR. Als erste echte „Wessis“ begannen dann Jörg Blüthmann bei Stahl Brandenburg sowie die Bundesligaprofis Peter Lux und Sergio Allievi am 11. August 1990 ihre Karriere als Spieler der DDR-, später NOFV-Oberliga.

1) Warum gab es 1961 keinen Meister?

Weil es nötig war, eine verlängerte Saison zu spielen, um einen Fehler zu korrigieren. Die DDR hatte sich 1955 entschlossen, parallel zum Kalenderjahr zu spielen, Vorbild war die große Sowjetunion, für deren geographische Verhältnisse das auch taugte. Das Spieljahr begann dann im März und endete im Dezember. Ganz nebenbei brachte die Entscheidung erstmals eine Winterpause in den DDR-Fußball. Aber die Nachteile überwogen, das Spieljahr passte nicht zu den üblichen Abläufen bei Arbeit, Gesellschaft und Wetter und vor allem nicht zum Europapokal, der 1955 startete. Wenn dort im Frühjahr die Viertelfinals anstanden, hatte in der DDR die Saison gerade begonnen. Der SC Wismut vergab etwa 1959 die Chance aufs Halbfinale im Cup der Landesmeister, er schied im Entscheidungsspiel gegen Young Boys Bern aus. Daher entschied sich die DDR 1960 für die Rolle rückwärts. Die Saison 1961/62 spielten die 14 Oberligisten daher in 3×13 Spielen, zuhause, auswärts und auf neutralem Platz. So kamen auch kleine Städte in den Genuss von Oberligafußball. Die Saison begann im März 1961 und ging nach der Winterpause im März 1962 ins letzte Drittel. Im Juni waren der Meister – Vorwärts Berlin – und der Pokalsieger Chemie Halle gekürt. Für die Statistiker: Die längste Saison setzte neben der Zahl der Spiele (39) nur einen Rekord: Der SC Rotation Leipzig verbuchte mit 16 Unentschieden die meisten. Punkte, Tore und Gegentore blieben dagegen unter den Höchstwerten früherer Spielzeiten.